04/02/2016

Unter "Chesterfield" versteht man einen mehr als 200 Jahre alten englischen Möbelstil. Kennzeichnend für jedes Chesterfield-Möbel ist das geknöpfte Rautenmuster. Eine Chesterfield-Sitzgruppe ist zeitlos schön, passt aber nicht in jedes Wohnzimmer. Ein paar Einrichtungsregeln sollten deshalb beachtet werden.

Chesterfield: ein Muss in altehrwürdigen Gebäuden

Eine Chesterfield-Sitzgruppe kommt besonders gut zur Geltung in einem altehrwürdigen Gebäude. Der klassisch-englische Stil harmoniert perfekt mit alten Gemäuern, massiven Holztüren und -böden sowie offenen Kaminen. Accessoires wie alte Truhen, ausgediente Lederkoffer und gemusterte Teppiche ergänzen den Chesterfield-Stil hervorragend. In solch einem rustikalen Ambiente sollten Sie sich für Chesterfield-Möbel mit braun-rotem Leder entscheiden, der typisch für diesen Stil ist.

Stilbruch: Kontrast zwischen klassisch und modern

Wer dem Charme der Chesterfield-Möbel erlegen ist, muss allerdings nicht zwingend einen ganzen Raum im alten englischen Stil einrichten. Heutzutage ist der so genannte Stilbruch nicht nur erlaubt, sondern ein überaus beliebtes Einrichtungsmittel. Und so geht Stilbruch richtig: Kombinieren Sie eine Chesterfield-Garnitur mit konsequent modernen Einrichtungsgegenständen. Es gilt, Kontraste herzustellen statt ein künstlich-klassisches Ambiente zu schaffen. Dazu darf das Chesterfield-Sofa auch gerne in modernem weiß oder schwarz gehalten sein.

Chesterfield-Möbel als Einzelstück in Szene setzen

Ein weiterer Einrichtungstipp: Setzen Sie ein einzelnes Chesterfield-Möbelstück so in Szene, dass es ein echter Blickfang wird. Sorgen Sie dafür, dass es möglichst frei steht – ohne störende Accessoires. So macht sich ein Chesterfield-Sessel z.B. besonders gut in einer Ecke des Wohnzimmers oder als zentrales Element im Arbeitszimmer bzw. der Bibliothek. Er verleiht dem Raum ein edles Ambiente und strahlt eine unnachahmliche Gemütlichkeit aus. Wetten, dass Ihre Besucher sich am liebsten direkt dort niederlassen würden?

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Rautenmuster und Kapitonierung: typisch Chesterfield

Der Legende nach geht das Chesterfield-Sitzmöbel auf den 4. Earl von Chesterfield zurück, der im Jahr 1773 seinen Polsterer bat, ein Sofa zu bauen, auf dem man aufrecht und gleichzeitig bequem sitzen könne. Der Polsterer entwarf daraufhin ein Sitzmöbel, dessen Lederbezug er mit Lederknöpfen am hölzernen Gestell befestigte. Das durch diese so genannte Kapitonierung entstandene Rautenmuster ist DAS typische Merkmal einer jeden Chesterfield-Garnitur.

Feste und robuste Sitzfläche dank aufwändiger Knöpfung

Die Kapitonierung stabilisiert das Polstermaterial. Die Folge: Die Sitzflächen hängen nicht so schnell durch; das Sofa ist fester, robuster und langlebiger. Außerdem ermöglicht es eine aufrechte Sitzposition. Chesterfield ist übrigens keine geschützte Marke, sondern ein Möbelstil, der überall in der Welt beliebt ist. Zahlreiche Möbelfabrikanten stellen Chesterfield-Möbel her. Dabei ist die Kapitonierung – auch Heftung oder Knöpfung genannt – ein aufwändiges Verfahren in Handarbeit.

Das Original hat Lederbezug und Kugelbeine aus Massivholz

Ein „original“ Chesterfield hat einen rot-braunen Glattlederbezug, Lederknöpfe und ein Gestell sowie Kugelbeine aus Massivholz. Es gibt aber auch Chesterfield-Sitzmöbel mit Stoffbezug in allen möglichen Farben und Metall- oder Plastikfüßen. Entweder ist der gesamte Bezug geknöpft wie beim „Victorian Chesterfield“ oder nur das Rückenteil sowie die Armlehnen. Eines haben alle Chesterfield-Möbel gemeinsam: Sie verströmen die rustikale Eleganz des klassischen englischen Stils und sind damit zeitlos schön.